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CPU-Benchmark deuten

Benchmark-Ergebnisse wie Prime-Sieve und Float-Ops lesen und Single- vs. Multi-Core einordnen.

Azubi Performance 15 Min +100 XP

Worum geht’s

Ein CPU-Benchmark misst, wie schnell ein Prozessor bestimmte Rechenaufgaben erledigt. Die Zahlen allein sagen wenig — man muss sie deuten: Welcher Wert ist „gut”, was bedeutet ein hoher gegenüber einem niedrigen Score, und warum skaliert ein Test mit mehreren Kernen, ein anderer nicht? Dieses Modul übt das Lesen typischer Ergebnisse, keine CPU-Architektur.

Konzept

Der CPU-Benchmark führt mehrere Workloads aus. Wichtig ist die Richtung der Skala:

  • Zeit (ms): kleiner ist besser. Z. B. „Prime-Sieve in 120 ms” schlägt „in 350 ms”.
  • Durchsatz (Ops/s, Hashes/s): größer ist besser. Z. B. „Float-Ops: 9 Mio/s” schlägt „3 Mio/s”.

Zwei Begriffe, die du immer trennst:

  • Single-Core: ein einzelner Kern. Wichtig für Aufgaben, die nicht parallelisierbar sind (viele Alltags-Apps, Skripte).
  • Multi-Core: alle Kerne zusammen. Wichtig für parallele Lasten (Kompilieren, Encoding). Der Speed-up = Multi-Score ÷ Single-Score. Ein 4-Kerner erreicht selten exakt 4× — durch Overhead und Hintergrundlast eher 3–3,5×.

Eine einzelne Messung ist rauschbehaftet. Aussagekräftig wird sie erst im Vergleich (gleicher Test, andere Maschine) oder als Mittel mehrerer Läufe.

Mehr Kerne skalieren nicht linear — typischer Multi-Core-Effekt:

Beispiel-Fall

Gegeben: Du misst zweimal denselben Prime-Sieve-Workload:

  • Maschine A: 120 ms single, 40 ms über alle Kerne (4 Kerne).
  • Maschine B: 300 ms single.
  1. Single-Core vergleichen: A (120 ms) ist deutlich schneller als B (300 ms) — A hat die stärkeren Einzelkerne (kleiner = besser).
  2. Speed-up von A berechnen: 120 ms ÷ 40 ms = 3×. Mit 4 Kernen wäre 4× das Ideal — 3× ist realistisch (Overhead, andere Last).
  3. Deutung: A ist sowohl pro Kern als auch insgesamt schneller. Der Multi-Core-Gewinn von 3× zeigt, dass der Workload gut parallelisiert.

So liest man Benchmark-Zahlen: erst Richtung der Skala klären, dann Single vs. Multi getrennt, dann den Speed-up gegen die Kernzahl halten.

Anwenden

▶ Am Tool ausprobieren

Der CPU-Benchmark zeigt mehrere Workloads — achte darauf, ob „kleiner” oder „größer” besser ist, bevor du vergleichst.

  1. Starte den Benchmark einmal im Single-Core-Modus und notiere die Zeit für den Prime-Sieve.
  2. Starte ihn erneut über alle Kerne und teile die Single- durch die Multi-Core-Zeit.
  3. Vergleiche den so ermittelten Speed-up mit der Anzahl deiner CPU-Kerne — wie nah kommst du ans Ideal?
Tool öffnen: /cpu-benchmark ↗

Selbsttest

Praxis-Challenge

⚑ Praxis-Challenge

Lass den Benchmark dreimal laufen und notiere jeweils die Prime-Sieve-Zeit. Bilde den Mittelwert und beobachte, wie stark die Einzelläufe schwanken. Berechne dann aus Single- und Multi-Core-Lauf den Speed-up und vergleiche ihn mit deiner Kernzahl — woran könnte es liegen, dass du das Ideal nicht ganz erreichst?

Tool öffnen: /cpu-benchmark ↗

Reflexion: Was war neu? Wo bist du noch unsicher?

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