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Monitoring & Verfügbarkeit

Checks, SLA-Budgets und ein tragfähiges Alerting-Konzept aufbauen.

Second-Level HomeLab 30 Min +180 XP

Worum geht’s

Was du nicht misst, bemerkst du erst, wenn der Nutzer anruft. Im Second-Level baust du Checks, die Dienste überwachen, definierst Schwellen und ein Alerting, das warnt, ohne mit Fehlalarmen zu ermüden. Verfügbarkeitsziele (SLA) übersetzt du in konkrete Downtime-Budgets, an denen du dein Monitoring ausrichtest.

Konzept

  • Check-Arten: Ein Liveness-Check prüft „läuft der Prozess?” (Port offen, Ping antwortet). Ein Readiness-/Service-Check prüft „funktioniert er fachlich?” (HTTP 200 auf /health, Antwortzeit unter Schwelle, DB erreichbar). Letzteres fängt den „Prozess läuft, liefert aber Fehler 500”-Fall.
  • SLA / Verfügbarkeit: in Prozent über eine Periode. 99,9 % („three nines”) erlaubt ca. 8,77 h Ausfall pro Jahr, 99,99 % nur ~52 min. Jede zusätzliche Neun verzehnfacht ungefähr den Aufwand.
  • Alerting-Konzept: Schwellen mit Warning (frühzeitig, z. B. Disk 80 %) und Critical (Eingriff nötig, Disk 95 %). Gegen Fehlalarme helfen Hysterese/Dämpfung (erst nach N fehlgeschlagenen Checks alarmieren) und Eskalationsstufen (E-Mail → Push → Anruf). Alert-Müdigkeit ist real: zu viele Alarme = niemand schaut mehr hin.
  • Symptom statt Ursache alarmieren: melde „Dienst antwortet nicht für Nutzer”, nicht jede einzelne interne Metrik.

Konzept-Visualizer

Wähle eine Verfügbarkeitsklasse und lies das erlaubte Ausfall-Budget pro Jahr, Monat, Woche und Tag ab. So wird greifbar, was eine zusätzliche Neun kostet.

PeriodeErlaubte Ausfallzeit
pro Jahr—
pro Monat—
pro Woche—
pro Tag—

Beispiel-Fall

Gegeben: Ein interner Dienst soll 99,9 % verfügbar sein. Du planst ein Wartungsfenster — wie viel Downtime bleibt im Monat?

  1. 99,9 % = 0,1 % Ausfall erlaubt. Pro Monat (≈ 30 Tage) sind das rund 43 min.
  2. Ein geplantes Wartungsfenster zählt voll auf dieses Budget — willst du es ausklammern, muss das im SLA als „geplante Wartung” vereinbart sein.
  3. Check-Design: HTTP-/health alle 60 s, Alarm erst nach 3 Fehlversuchen in Folge (Dämpfung) → ein einzelner Aussetzer löst keinen Pager aus.
  4. Eskalation: 1. Fehlversuch → nur Log; 3 in Folge → Warning per Chat; 10 min anhaltend → Critical per Push an Bereitschaft.
  5. Verifizieren: Test-Ausfall (Dienst kurz stoppen) und prüfen, ob der Alarm wie geplant nach der Dämpfung kommt — nicht früher, nicht später.

Kern: erst das Budget kennen, dann Check-Frequenz, Dämpfung und Eskalation so wählen, dass echte Ausfälle sicher, einzelne Aussetzer aber nicht alarmieren.

Anwenden

▶ Am Tool ausprobieren

Bestimme für einen deiner Dienste eine realistische Verfügbarkeitsklasse — und richte Wartungsfenster und Alarmschwellen am abgelesenen Budget aus.

  1. Wähle 99,9 % und lies das Monats- und Jahresbudget ab.
  2. Vergleiche mit 99,99 % — sieh, wie drastisch das Budget schrumpft.
  3. Überlege, ob dein Dienst die nächsthöhere Klasse überhaupt braucht (Aufwand vs. Nutzen).
Tool öffnen: /sla-rechner ↗

Geplante Checks musst du nicht selbst bauen: Die Monitoring-Plattform unter /monitor richtet externe HTTP-/TCP-Checks ein und benachrichtigt bei Ausfällen — ideal, um das hier Gelernte direkt produktiv zu nutzen.

Selbsttest

Praxis-Challenge

⚑ Praxis-Challenge

Lege für einen Dienst ein Verfügbarkeitsziel fest (z. B. 99,9 %), lies im SLA-Rechner das Monatsbudget ab und entwirf ein Alerting-Konzept: Check-Intervall, Dämpfung (N Fehlversuche) und zwei Eskalationsstufen. Begründe, warum dein Wartungsfenster ins Budget passt.

Tool öffnen: /sla-rechner ↗

Reflexion: Was war neu? Wo bist du noch unsicher?

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