suche
ESC

CSR lesen & prüfen

Einen Certificate Signing Request entschlüsseln, Subject, SAN und Schlüsselparameter kontrollieren.

Second-Level Security 25 Min +150 XP

Worum geht’s

Bevor eine CA ein Zertifikat ausstellt, schickst du ihr einen CSR (Certificate Signing Request). Ist darin etwas falsch — falscher Common Name, fehlende SAN-Einträge, zu schwacher Schlüssel —, wird das Zertifikat unbrauchbar oder unsicher. Wer einen CSR vor dem Einreichen liest und prüft, spart sich Fehlausstellungen und Re-Issues. Dieser Skill macht aus dem X.509-Wissen eine konkrete Eingangskontrolle.

Konzept

Ein CSR ist ein PKCS#10-Objekt, base64-kodiert zwischen -----BEGIN CERTIFICATE REQUEST----- und dem passenden END-Marker (PEM). Er enthält:

  • Subject (DN): Distinguished Name mit Feldern wie CN (Common Name), O, OU, C. Für Web-Zertifikate zählt heute nicht mehr der CN, sondern die SAN.
  • Subject Alternative Names (SAN): die eigentlich verbindliche Liste der Hostnamen (DNS:-Einträge). Moderne Browser ignorieren den CN — fehlt der Host in der SAN, schlägt die Validierung fehl.
  • Public Key: Typ und Stärke des öffentlichen Schlüssels (z. B. RSA 2048/4096 oder ECDSA P-256). Der private Schlüssel bleibt beim Antragsteller und ist nicht im CSR.
  • Signatur: Der CSR ist mit dem privaten Schlüssel selbst signiert — das beweist, dass der Antragsteller den zum öffentlichen Schlüssel passenden privaten Schlüssel besitzt (Proof of Possession).

Prüf-Maßstäbe: RSA mindestens 2048 Bit (besser 3072/4096) oder eine moderne EC-Kurve; alle benötigten Hostnamen vollständig in der SAN; korrekte Organisation, wenn die CA das verlangt.

Ein CSR bündelt diese Felder, die später ins Zertifikat wandern:

Beispiel-Fall

Aufgabe: Ein Kollege hat einen CSR für shop.firma.de erzeugt; auch www.shop.firma.de soll abgedeckt sein. Du prüfst vor dem Einreichen.

  1. CSR im Decoder einlesen und Subject ansehen: Steht der CN auf shop.firma.de?
  2. SAN prüfen — entscheidend: Sind beide Hosts (shop.firma.de und www.shop.firma.de) als DNS: enthalten? Fehlt einer, wird das Zertifikat für ihn ungültig.
  3. Schlüssel prüfen: RSA ≥ 2048 Bit oder EC? Ein 1024-Bit-Schlüssel wäre abzulehnen.
  4. Tippfehler im Hostnamen ausschließen (häufigste Ursache für „funktioniert nicht”).
  5. Erst nach bestandener Prüfung einreichen — sonst entsteht ein Zertifikat, das nachgebessert werden muss.

Anwenden

▶ Am Tool ausprobieren

Merke: Der private Schlüssel ist nie im CSR — nur der öffentliche und die Selbstsignatur.

  1. Füge einen CSR im PEM-Format ein und lies den Subject-DN (CN, O, C).
  2. Kontrolliere die SAN-Liste: Sind alle benötigten DNS-Hostnamen enthalten?
  3. Prüfe Schlüsseltyp und -länge (z. B. RSA 2048+ oder ECDSA) als Mindeststandard.
Tool öffnen: /csr-decoder ↗

Selbsttest

Praxis-Challenge

⚑ Praxis-Challenge

Lass dir (z. B. mit openssl) einen CSR für zwei Hostnamen erzeugen und prüfe ihn im Decoder: Stimmen CN und SAN, ist der Schlüssel stark genug? Dokumentiere einen Befund, den du vor dem Einreichen korrigieren würdest, und begründe, warum die SAN wichtiger ist als der CN.

Tool öffnen: /csr-decoder ↗

Modul im Speedrun testen →