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Zertifikat lesen & bewerten

X.509-Felder, Gültigkeit, SAN, Key-Usage und Aussteller eines Zertifikats sicher interpretieren.

Second-Level Security 25 Min +150 XP

Worum geht’s

Ein abgelaufenes Zertifikat, ein falscher Hostname, ein unerwarteter Aussteller — solche Befunde stecken im Zertifikat selbst. Wer ein X.509-Zertifikat liest, kann Browser-Warnungen erklären, ein Monitoring-Ticket einordnen und beurteilen, ob ein Zertifikat zu einem Dienst passt. Dieser Skill ist die Lese-Routine für genau diese Fragen.

Konzept

Ein X.509-Zertifikat bindet einen öffentlichen Schlüssel an eine Identität und ist von einer CA signiert. Die wichtigsten Felder:

  • Subject: für wen das Zertifikat gilt (DN mit CN, oft O/C).
  • Subject Alternative Names (SAN): die verbindliche Hostnamen-Liste (DNS:-Einträge). Der aufgerufene Host muss hier vorkommen, sonst meldet der Browser einen Namensfehler.
  • Issuer: welche CA es ausgestellt hat. Bei Selbstsignierung ist Issuer = Subject.
  • Gültigkeit: notBefore/notAfter. Außerhalb dieses Fensters ist das Zertifikat ungültig („abgelaufen” ist die häufigste Ursache für TLS-Warnungen).
  • Key Usage / Extended Key Usage: wofür der Schlüssel genutzt werden darf (z. B. digitalSignature, keyEncipherment; EKU serverAuth für TLS-Server).
  • Basic Constraints: CA:TRUE (darf weitere Zertifikate signieren) vs. CA:FALSE (End-Entity/Leaf).
  • Fingerprint (SHA-256 über das DER): eindeutige Kennung zum Wiedererkennen/Abgleichen.

Wichtig: Ein gültig lesbares Zertifikat ist nicht automatisch vertrauenswürdig — dazu muss die ganze Kette bis zu einer bekannten Root prüfbar sein (eigener Skill).

Diese Felder machen ein X.509-Zertifikat aus:

Beispiel-Fall

Aufgabe: Ein Monitoring meldet „Zertifikatsproblem” für api.firma.de. Du analysierst.

  1. Zertifikat im Decoder einlesen und Gültigkeit prüfen: liegt notAfter in der Zukunft? Abgelaufen → Erneuerung anstoßen.
  2. SAN prüfen: Steht api.firma.de als DNS:-Eintrag drin? Fehlt er → Namensfehler, falsches Zertifikat im Einsatz.
  3. Issuer ansehen: Eine bekannte CA oder ein internes/selbstsigniertes Zertifikat? Letzteres erklärt Browser-Warnungen außerhalb der eigenen Trust-Umgebung.
  4. EKU prüfen: Ist serverAuth gesetzt? Ohne passende Verwendung ist das Zertifikat für TLS-Server ungeeignet.
  5. Befund mit Ursache und Maßnahme dokumentieren.

Anwenden

▶ Am Tool ausprobieren

Notiere den SHA-256-Fingerprint — damit erkennst du dasselbe Zertifikat später eindeutig wieder.

  1. Füge ein Zertifikat im PEM-Format ein und lies Subject, Issuer und Gültigkeit (notBefore/notAfter).
  2. Prüfe die SAN-Liste, ob der relevante Hostname enthalten ist.
  3. Sieh dir Key Usage / EKU und Basic Constraints (CA:TRUE/FALSE) an.
Tool öffnen: /zertifikat-decoder ↗

Selbsttest

Praxis-Challenge

⚑ Praxis-Challenge

Exportiere ein Server-Zertifikat einer beliebigen HTTPS-Seite (Browser → Zertifikat anzeigen → exportieren) und lies es im Decoder. Beantworte: Wer ist Issuer, wann läuft es ab, welche Hosts deckt die SAN ab und ist EKU serverAuth gesetzt? Formuliere ein kurzes Urteil zur Eignung.

Tool öffnen: /zertifikat-decoder ↗

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